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Solarbranche: Grund für Photovoltaik-Deckelung ist weggefallen

Berlin – Die Bilanz für die Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen kann sich sehen lassen. Die Realisierungsquote ist hoch und die Preise sind gering. Die Solarbranche leitet daraus ab, dass eine Deckelung des PV-Ausbaus nicht mehr notwendig ist.

Für die erste Ausschreibungsrunde hat das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) eine positive Zwischenbilanz zu den vor zwei Jahren eingeführten Auktionen für große Photovoltaikanlagen gezogen. Aufgrund der inzwischen deutlich gesunkenen Preise sei eine Deckelung der Photovoltaik (PV) nicht mehr angebracht, erklärt nun der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar).

Solarstrom billiger als Strom aus fossil befeuerten Kraftwerken

Für Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, sind die bisherigen Auktionsergebnisse ein Beleg für die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit der Photovoltaik und für ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. „Wir freuen uns, dass die Auktionen von der Branche angenommen werden. Die Teilnahme- und Realisierungsquoten belegen dies. Mit 6,6 Cent je Kilowattstunde hat im Kraftwerksmaßstab erzeugter Solarstrom inzwischen in Deutschland die Erzeugungskosten von Strom aus neu errichteten fossil befeuerten Kraftwerken unterschritten. Es gibt keinen Grund mehr, die Photovoltaik weiter zu deckeln.“

Erster Schritt: Auktionsvolumen verdreifachen

Körnig fordert daher, dass das jährliche Auktionsvolumen in einem ersten Schritt zeitnah verdreifacht werden sollte. Eine solche Maßnahme sei erforderlich, um die Klimaschutzziele doch noch zu erreichen und den wachsenden Ökostrombedarf effizient und verbrauchsnah zu decken. Körnig weiter: „Eine weitere Kostensenkung von Solarstrom ist möglich, wenn gleichzeitig die Größen- und Standortbeschränkungen für neue Solarparks gelockert werden.“

Der Ausbaupfad für die Photovoltaik liegt nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) 2017 bei einem Brutto-Zubau von 2.500 Megawatt (MW) pro Jahr. Anlagen mit einer Leistung von über 750 Kilowatt werden dabei im Umfang von jährlich 600 MW über Ausschreibungen vergeben, der verbleibende Zubau soll über Kleinanlagen in der EEG-Festvergütung erfolgen. In den vergangenen Jahren wurde der anvisierte Ausbaukorridor jedoch jeweils deutlich unterschritten. 2016 lag der Brutto-Zubau bei etwa 1.500 MW.

Solarbranche gegen technologieoffene Ausschreibung

Nicht zielführend ist es nach BSW-Einschätzung, Solar- und Windkraft künftig gegeneinander in den Wettbewerb zu stellen, wie es von der Europäischen Union ab 2018 in einer ersten Pilotausschreibung gefordert wird. Für eine erfolgreiche und kosteneffiziente Energiewende brauche es zwei tragende Säulen: Windkraft und Solarenergie. Wissenschaftler empfehlen ein Verhältnis von 1:1 bei der installierten Leistung der beiden Technologien, so der BSW Solar.

© IWR, 2017

23.05.2017