Ormat Technologies entwickelt neue Hochleistungs-Einheit für binäre Geothermie
Mit der Ormega100 und zwei laufenden EGS-Pilotprogrammen positioniert sich Ormat als Anbieter der nächsten Generation von Geothermielösungen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach zuverlässiger, grundlastfähiger sauberer Energie durch den Ausbau von KI-Rechenzentren und Hyperscalern stark wächst. Die im globalen Aktienindex RENIXX gelistete Ormat-Aktie notiert am heutigen Dienstag bei 118,20 Euro (–0,34 % gegenüber Vortag). Der RENIXX selbst bewegt sich mit 1.418,60 Punkten seitwärts und stabilisiert sich damit nach dem zinsbedingten Rücksetzer der Vorwoche.
Ormega100: 100 MW in einer autonomen Einheit
Die Ormega100 ist laut Ormat die größte binäre Einheit der Industrie und speziell für die hohen Temperaturen ausgelegt, die in EGS-Umgebungen erforderlich sind. CEO Doron Blachar sieht das Unternehmen in einer einzigartigen Ausgangslage: „Ormat ist für diesen Moment gebaut. Die rapide steigende Stromnachfrage und unsere jahrzehntelange bewährte Betriebserfahrung schaffen eine Gelegenheit, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben.“
EGS-Pilotprogramme und strategische Ausgangslage in den USA
Parallel zur Ormega100 verfolgt Ormat zwei strategische EGS-Pilotprogramme, die industrielle Fähigkeiten mit neuen Technologien zur Erschließung geothermischer Ressourcen verbinden. Das Unternehmen verfügt über rund 400.000 Acres erschließbarer Geothermie-Leaseflächen in sechs US-Bundesstaaten sowie ein bestehendes Portfolio von rund 1.835 MW angeschlossener Erzeugungskapazität, darunter Geothermie- und Solarkraftwerke in den USA, Kenia, Guatemala, Indonesien, Honduras und Guadeloupe sowie 495 MW Energiespeicher.
Ormat ist nach eigenen Angaben das einzige vollständig vertikal integrierte Unternehmen weltweit, das Geothermieanlagen selbst entwirft, baut, besitzt und betreibt – eine Ausgangslage, die das Unternehmen als entscheidenden Wettbewerbsvorteil beim Hochlauf der EGS-Technologie sieht.
Hintergrund: Was ist ein binäres Geothermiekraftwerk?
Bei einem binären Geothermiekraftwerk wird die Erdwärme nicht direkt genutzt, um eine Turbine anzutreiben. Stattdessen erhitzt das heiße Thermalwasser ein zweites Arbeitsmedium, meist ein organisches Fluid mit niedrigem Siedepunkt. Dieses verdampft, treibt die Turbine an und wird anschließend wieder verflüssigt – ein geschlossener Kreislauf.
Der entscheidende Vorteil: Das Verfahren funktioniert bereits ab Temperaturen von rund 100°C, während konventionelle Geothermiekraftwerke deutlich höhere Temperaturen benötigen. Damit erschließt die Binärtechnologie weltweit deutlich mehr Standorte als klassische Geothermieverfahren.
© IWR, 2026
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