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Fuelcell Energy: Analysten heben Kursziele kräftig an – Aktie klettert um über 10 Prozent

© Fuelcell© Fuelcell

Danbury, USA – Die Aktie des Brennstoffzellen-Spezialisten Fuelcell Energy legte am 9. Juni 2026 bis zum Nachmittag um 10,9 Prozent auf 14,63 Euro zu. Auslöser waren zwei Analysten-Upgrades im Nachgang der am Vortag veröffentlichten schwachen Quartalsergebnisse: TD Cowen hob das Kursziel von 9,00 auf 16,00 US-Dollar an, Canaccord stufte von „Hold“ auf „Buy“ hoch und verdreifachte sein Kursziel auf 30,00 US-Dollar. Gründe sind jeweils der Verweis auf das Wachstumspotenzial im KI-Rechenzentrumsmarkt.

Beide Häuser stützten ihre Neubewertung auf die im zweiten Fiskalquartal 2026 (Ende: 30. April) auf 4 Gigawatt (GW) angewachsene Projektpipeline, ein Plus von 267 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Rund 89 Prozent dieser Pipeline entfallen nach Unternehmensangaben auf Rechenzentren, die durchschnittliche Projektgröße hat sich auf 130 Megawatt (MW) verdoppelt.

Q2-Quartalszahlen: Verlust weitet sich aus, Adjusted EBITDA verbessert sich
Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 35,6 Millionen US-Dollar (rund 30,8 Mio. Euro). Der Betriebsverlust (Loss from operations) verdoppelte sich auf 77,9 Millionen US-Dollar, hauptsächlich infolge einer Wertminderung von 42,6 Millionen US-Dollar für das Groton-Projekt in Connecticut. Das Unternehmen rüstet die dortige 7,4-MW-Anlage auf der US-Marinebasis auf drei standardisierte 2,5-MW-FCE-Blöcke um. Das bereinigte EBITDA (Adjusted EBITDA) verbesserte sich hingegen leicht von minus 19,3 auf minus 17,1 Millionen US-Dollar, was auf niedrigere operative Barmittelabflüsse zurückzuführen ist.

Der Nettoverlust je Aktie sank von minus 1,79 auf minus 1,45 US-Dollar, da die Zahl der ausstehenden Aktien infolge von Kapitalerhöhungen deutlich gestiegen ist. Der Auftragsbestand (Backlog) liegt bei 1,14 Milliarden US-Dollar (rund 985 Mio. Euro) mit einer gewichteten Vertragslaufzeit von rund 15 Jahren.

Große Potenziale: Rechenzentren, Fertigungsausbau
Das Unternehmen hat im abgelaufenen Quartal einen standardisierten 12,5-MW-Energieblock vorgestellt, der Rechenzentrumsbetreiber schneller und unabhängiger von engpassgeplagten Übertragungsnetzen versorgen soll. Die geplante Kapazitätserweiterung des Werks in Torrington wurde auf bis zu 500 MW Jahresproduktion hochgesetzt, ursprünglich waren 350 MW vorgesehen.

Die Investitionskosten schätzt das Unternehmen nach eigenen Angaben auf 200 bis 275 Millionen US-Dollar, der Ausbau soll binnen 24 Monaten abgeschlossen sein. Parallel lieferte Fuelcell Energy die ersten beiden Kohlenstoffabscheide-Module im Rahmen der Kooperation mit ExxonMobil Technology and Engineering Company nach Rotterdam aus.

Ausblick: Fuelcell Energy mit 4-GW-Projekt-Pipeline auf Wachstumskurs
CEO Jason Few betonte, das Unternehmen sei mit liquiden Mitteln von rund 441 Millionen US-Dollar (rund 381 Mio. Euro) zum 30. April 2026 gut aufgestellt, um die Wachstumschancen aus der Pipeline zu nutzen und die Fertigung verantwortungsvoll hochzufahren.

Mit einer Pipeline, die sich binnen eines Quartals fast vervierfacht hat, kommt es nun darauf an, wie schnell das Unternehmen die Pipelineprojekte in vertraglich gesicherten Auftragsbestand überführen kann. Bislang sind allerdings noch keine der 4-GW-Projekte im Backlog angekommen.

© IWR, 2026


09.06.2026

 



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