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Iran-Konflikt treibt Öl- und Gaspreise: Deutsche Rohöl-Importe aus Nahost bleiben 2025 gering

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Münster/Wiesbaden - Die Angriffe auf die Gas- und Ölproduktionsanlagen im Zuge des Iran-Konflikts in den Ländern des Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus haben zu einem drastischen Anstieg der Öl- und Gaspreise geführt. In den Fokus rückt die Frage der Versorgungssicherheit und Importabhängigkeit. Für Deutschland zeigt die Statistik 2025: Nur ein kleiner Teil des Rohöls stammt aus der Region.

Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) beliefen sich die deutschen Rohöl-Importe im Jahr 2025 auf insgesamt 75,7 Millionen Tonnen. Davon stammten 6,1 Prozent aus dem Nahen Osten, vor allem aus dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. Andere Staaten der Region Staaten wie Oman, Katar, Kuwait oder Iran lieferten 2025 kein Rohöl nach Deutschland. Die wichtigsten Importländer für Deutschland sind Norwegen, die USA und Libyen. Gleichzeitig ist die deutsche Rohöl-Nachfrage 2025 im Vergleich zu 2020 rückläufig.

Länder des Nahen Osten für Deutschlands Rohöl-Importe von untergeordneter Bedeutung
Die Daten von Destatis zeigen, dass von den 75,7 Millionen Tonnen Rohöl, die Deutschland 2025 importierte, 4,6 Millionen Tonnen (6,1 %) aus dem Nahen Osten stammten. Zum Vergleich: 2020 lag der Anteil aus dieser Region noch bei 4,4 Prozent von 84,7 Millionen Tonnen.

Die wichtigsten Lieferländer im Nahen Osten für Deutschland waren 2025 der Irak mit 4,2 Prozent, die Vereinigten Arabischen Emirate mit 1,1 Prozent und Saudi-Arabien mit 0,8 Prozent. Andere Staaten der Region, darunter Iran, Oman, Katar oder Kuwait, lieferten 2025 kein Rohöl nach Deutschland. Unter den Ländern im Nahen Osten hat insbesondere Saudi-Arabien laut Destatis seine Bedeutung für den Rohöl-Import nach Deutschland in den letzten Jahrzehnten verloren.

EU-weit zeigen die Daten, dass die Mitgliedstaaten stärker auf Nahost-Lieferungen angewiesen sind: Von insgesamt 429,3 Millionen Tonnen Rohöl, die 2025 in die EU eingeführt wurden, stammten 13 Prozent aus dem Nahen Osten, vor allem aus Saudi-Arabien (6,9 %) und dem Irak (5,9 %).

Norwegen, USA und Libyen wichtigste Importländer für Deutschland
Die größten deutschen Rohöl-Lieferanten für Deutschland lagen 2025 außerhalb des Nahen Ostens. Norwegen lieferte 16,6 Prozent der Importe (12,5 Millionen Tonnen), die USA 16,4 Prozent (12,4 Millionen Tonnen) und das nordafrikanische Libyen 13,8 Prozent (10,4 Millionen Tonnen). Wichtigstes Rohöl-Lieferland für Deutschland ist damit weiterhin Norwegen.

Insgesamt ist die deutsche Rohöl-Nachfrage seit Jahren rückläufig: 2025 wurden 10,6 Prozent weniger Rohöl importiert als 2020, und im Vergleich zu 2005 ist die Einfuhrmenge um ein Drittel gesunken.

Deutsche Importe diversifiziert, EU stärker von Nahost abhängig
Die Zahlen von Destatis zeigen zwar, dass Deutschland einen großen Teil seiner Rohöl-Importe aus den wichtigsten Lieferländern Norwegen, den USA und Libyen bezieht, während die Importe aus den Ländern des Nahen Ostens vergleichsweise gering sind. Die EU insgesamt ist hingegen stärker von Importen aus der Region Naher Osten abhängig. Gleichwohl schlagen auch in Deutschland die Preiserhöhungen bei Öl und Gas im Zuge der geopolitischen Verwerfungen voll durch und sorgen aktuell für drastische Anstiege der Treibstoffpreise an den Tankstellen.

© IWR, 2026


10.03.2026

 



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