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EWE vergibt letzten Großauftrag für 320-MW-Wasserstoffanlage in Emden an Bilfinger

© Bilfinger, EWE© Bilfinger, EWE

Oldenburg/Mannheim – Der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland kommt weiter voran. Die EWE AG hat für ihre 320-Megawatt-Wasserstofferzeugungsanlage in Emden den Industriedienstleister Bilfinger mit zentralen Bau- und Installationsleistungen beauftragt. Damit ist das letzte große Vergabepaket für das Projekt „Clean Hydrogen Coastline“ abgeschlossen.

Emden entwickelt sich zu einem Produktions- und Knotenpunkt für grünen Wasserstoff. Das Projekt ist Teil des IPCEI-Vorhabens „Clean Hydrogen Coastline“ und soll eine integrierte Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis hin zur Nutzung im Nordwesten Deutschlands aufbauen.

Letztes Vergabepaket schafft Grundlage für Markthochlauf
Der Auftrag umfasst Stahlbauarbeiten, Rohrleitungssysteme sowie die Installation und Integration technischer Komponenten rund um die Elektrolyseanlage. Mit der vollständigen Vergabe sind nach Angaben von EWE die wesentlichen technischen und wirtschaftlichen Parameter des Projekts nun definiert.

Damit entsteht erstmals eine belastbare Kalkulationsbasis für die Anlage. Diese gilt als Voraussetzung, um in die nächste Projektphase einzutreten: den Abschluss langfristiger Lieferverträge für grünen Wasserstoff mit industriellen Abnehmern. EWE spricht von einem Übergang „vom Projekt in den Markt“ und befindet sich bereits in Gesprächen mit potenziellen Industriekunden.

Emden als einer der größten Elektrolyse-Standorte Europas
Die Wasserstoffanlage in Emden zählt zu den größten geplanten Elektrolyseprojekten Europas. Ab Ende 2027 soll dort grüner Wasserstoff produziert und an industrielle Abnehmer geliefert werden.

Der Standort gilt energiewirtschaftlich als besonders günstig, da er in unmittelbarer Nähe zu den Offshore-Windstrom-Anlandepunkten an der Nordseeküste liegt und damit direkt an künftige große Erzeugungskapazitäten im Meer angebunden ist. Gleichzeitig befindet sich Emden in einem zentralen Korridor des deutschen Stromtransportnetzes: Über die geplante Gleichstromtrasse A-Nord wird Windstrom aus dem Norden künftig gezielt in die industriellen Verbrauchszentren in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus transportiert.

Diese Kombination aus Offshore-Windnähe, leistungsfähiger Netzinfrastruktur und industrieller Anbindung macht Emden zu einem strategischen Knotenpunkt für die Umwandlung von Stromüberschüssen in Wasserstoff und die Kopplung von Erzeugung und industriellem Verbrauch.

Bilfinger als Umsetzungspartner und politische Rahmenbedingungen
Bilfinger übernimmt im Projekt die Detailplanung sowie die Installation zentraler Anlagenkomponenten. Dazu zählen unter anderem Rohrleitungssysteme, Stahlbauarbeiten und die Integration technischer Nebenanlagen rund um die Elektrolyse.

Trotz des Fortschritts betonen die Beteiligten die Bedeutung stabiler politischer Rahmenbedingungen für den weiteren Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Entscheidend seien langfristige Planungssicherheit und verlässliche Marktmechanismen, um Investitionen in großskalige Projekte wirtschaftlich abzusichern.

© IWR, 2026


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