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Juwi startet strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Profitabilität, Speicher und internationale Wachstumsmärkte

© Juwi GmbH© Juwi GmbH

Wörrstadt – Der Projektentwickler Juwi reagiert auf den zunehmenden wirtschaftlichen Druck in der Branche mit einer umfassenden Restrukturierung. Das Unternehmen will seine Organisationsstruktur verschlanken, die Wettbewerbsfähigkeit stärken und sich stärker auf profitable Kernmärkte konzentrieren. Im Zuge der Neuausrichtung werden in Deutschland 280 Stellen abgebaut. Zudem wird die Geschäftsführung neu aufgestellt.

Als Gründe nennt Juwi den verschärften Wettbewerb, sinkende Zuschlagswerte in Ausschreibungen, steigende Kosten, begrenzte Netzanschlusskapazitäten und rückläufige Margen. Die neue Struktur soll ab Oktober 2026 in Kraft treten. Die Juwi-Gruppe gehört mehrheitlich zur MVV Energie.

Abbau von 280 Stellen und stärkere Integration in den MVV-Konzern
Nach Angaben des Unternehmens werden standortübergreifend 280 Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut. Der Personalabbau soll vorrangig über freiwillige Maßnahmen erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen seien nur dort vorgesehen, wo sie sich nicht vermeiden lassen.

Mit der Restrukturierung verfolgt Juwi das Ziel, die Profitabilität zu steigern und die Organisation stärker auf tragfähige Märkte auszurichten. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit dem Mutterkonzern MVV intensiviert werden. Künftig will Juwi unter anderem verstärkt hybride Projekte aus Windenergie, Photovoltaik und Batteriespeichern entwickeln sowie neue Vermarktungsmodelle für Grünstrom nutzen.

„Mit der Restrukturierung schaffen wir die Grundlage für mehr Effizienz, klare Marktfokussierung und nachhaltige Profitabilität“, erklärte JUWI-CEO Jost Backhaus.

Geschäftsführung wird auf zwei Personen reduziert
Im Zuge der Neuaufstellung verändert sich auch die Unternehmensführung. Ab Oktober 2026 wird die Geschäftsführung nur noch aus CEO Jost Backhaus und dem neu berufenen CFO Thomas Hüsgen bestehen.

Christian Arnold, bislang für das Deutschlandgeschäft verantwortlich, verlässt das Unternehmen zum 30. September 2026. Stephan Hansen, zuständig für das internationale Geschäft, legt sein Geschäftsführer-Mandat ebenfalls zum 30. September nieder und scheidet zum 30. Juni 2027 vollständig aus dem Unternehmen aus. Bis dahin wird er Juwi als Senior Advisor im internationalen Projektgeschäft begleiten.

Der künftige Finanzchef Thomas Hüsgen kommt von Zelestra Deutschland und verfügt nach Unternehmensangaben über rund 20 Jahre Führungserfahrung bei Energieunternehmen wie RWE, Innogy und Eon.

Ausblick: Gut gefüllte Projektpipeline trotz schwieriger Marktbedingungen
Trotz der Restrukturierung verweist Juwi auf eine weiterhin starke operative Basis. Derzeit errichtet das Unternehmen in Deutschland, Italien, Griechenland, Südafrika und den USA Projekte mit einer Gesamtleistung von rund 1.000 Megawatt.

In den beiden jüngsten Windenergie-Ausschreibungen der Bundesnetzagentur erhielt Juwi Zuschläge für 64 Windenergieanlagen mit insgesamt 390 MW Leistung. Zudem war das Unternehmen bei der jüngsten Solarausschreibung erfolgreich.

Weltweit beschäftigt Juwi derzeit rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Neuausrichtung soll nach Unternehmensangaben dazu beitragen, die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern und die Position als Projektentwickler für Wind-, Solar- und Speicherprojekte zu stärken.

© IWR, 2026


10.06.2026

 



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