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Gasheizungen und die Biotreppe: EWI warnt vor steigenden Kosten wegen Biomethan-Knappheiten

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Köln – Der aktuelle Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) erlaubt den langfristigen Einbau neuer Gasheizungen, sofern diese schrittweise steigende Anteile von Biomethan oder anderen erneuerbaren Gasen nutzen. Eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI) zeigt jedoch, dass die dafür erforderlichen Biomethan-Mengen künftig knapp werden könnten. Damit könnten für Betreiber neuer Gasheizungen langfristig steigende Brennstoffkosten und zusätzliche Planungsunsicherheiten entstehen.

Nach Berechnungen des EWI könnte die Biomethan-Nachfrage im deutschen Gebäudesektor bis 2045 auf knapp 200 Terawattstunden (TWh) steigen. Zum Vergleich: Der gesamte europäische Biogas- und Biomethanverbrauch lag 2023 bei rund 215 TWh.

Gasheizungen: Bio-Treppe erhöht langfristig den Biomethanbedarf
Die künftige Biomethan-Nachfrage hängt maßgeblich davon ab, wie viele neue Gasheizungen installiert werden und welche Biomethan-Anteile die gesetzlich vorgegebenen Quoten künftig verlangen. Da Biomethan europaweit über das Erdgasnetz bilanziell gehandelt wird, ist die Verfügbarkeit nicht allein von der deutschen Produktion abhängig.

„Wenn das europäische Biomethan-Potenzial auf heutigem Niveau stagniert, würde der Preisdruck ab 2040 signifikant steigen“, sagte Dr. Philipp Theile vom EWI. In den untersuchten Szenarien könnte die Nachfrage dann das verfügbare Angebot übersteigen und Knappheitssituationen entstehen lassen.

Planungsunsicherheit: Wirtschaftlichkeit neuer Gasheizungen hängt von Biomethan-Markt ab
Mit der Biotreppe verknüpft das GModG die langfristige Nutzung neuer Gasheizungen zunehmend mit der Verfügbarkeit von Biomethan. Nach Einschätzung des EWI könnte dies die Planungs- und Kostensicherheit für Eigentümer beeinflussen, da die Wirtschaftlichkeit der Heizsysteme künftig stärker von der Entwicklung des europäischen Biomethanmarktes abhängt.

Steigende Biomethanpreise könnten die Betriebskosten von Gasheizungen erhöhen und alternative Heiztechnologien wirtschaftlich attraktiver machen. Bei begrenztem Biomethan-Angebot könnten sich laut EWI die Endverbraucherpreise für Gas bis 2040 je nach Entwicklung der Nachfrage deutlich erhöhen.

Wärmepumpen als Alternative bei steigender Unsicherheit
Die EWI-Analyse betrachtet auch die Auswirkungen unterschiedlicher Heizungsentscheidungen auf die künftige Biomethan-Nachfrage. Bei einem verstärkten Einbau von Wärmepumpen und einer geringeren Nutzung neuer Gasheizungen würde der Biomethanbedarf im Gebäudesektor deutlich niedriger ausfallen.

Nach Einschätzung des Instituts können Wärmepumpen bei anstehendem Heizungstausch über die Lebensdauer wirtschaftliche Vorteile gegenüber Gasheizungen bieten. Gleichzeitig könnte ein höherer Wärmepumpenanteil dazu beitragen, den Druck auf den europäischen Biomethanmarkt zu reduzieren und mögliche Knappheitssituationen zu vermeiden.

© IWR, 2026


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