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Trend zu Langzeitspeichern: Eku Energy startet mit 4-Stunden-Batteriespeicher in den deutschen Markt

© Eku Energy© Eku Energy

London – Der deutsche Batteriespeichermarkt bewegt sich zunehmend zu längeren Entladezeiten: Statt der bisher üblichen rund zwei Stunden setzen neue Projekte verstärkt auf vier Stunden. Diesem Trend folgt nun auch das Batteriespeicherprojekt „Dion" in Lamspringe, mit dem der britische Speicherentwickler Eku Energy in den deutschen Markt einsteigt.

Das Speicherprojekt von Eku soll eine Leistung von 400 Megawatt und eine Kapazität von 1.600 Megawattstunden erreichen. Damit liegt das Projekt bei einer vierstündigen Entladedauer deutlich über dem bisherigen Marktdurchschnitt. Die Anlage wird direkt an das Übertragungsnetz angeschlossen und soll Schwarzstartfähigkeit erhalten. Die Inbetriebnahme ist laut Eku Energy für Ende 2029 vorgesehen; das Projekt befindet sich derzeit in einer fortgeschrittenen Entwicklungsphase.

Kauf der Projektgesellschaft von Nion
Eku Energy hat die Projektgesellschaft für den Speicher „Dion" von der Nion Energieprojekte GmbH mit Sitz in Hildesheim erworben. Nion entwickelt seit mehreren Jahren regional verankerte Energieprojekte in Zusammenarbeit mit Grundstückseigentümern und Kommunen. Parallel zum Verkauf haben beide Unternehmen einen Projektentwicklungsvertrag geschlossen: Nion bleibt bis zur Baureife für die weitere Projektentwicklung verantwortlich, während Eku Energy die strategische Führung bei Entwicklung, Design und Technologie übernimmt. Als langjähriger Lieferpartner für Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) ist zudem Fluence in das Projekt eingebunden.

Erin Lee, Chief Financial Officer von Eku Energy, erläutert die Strategie: „Eku Energys Kernstärke liegt in der Kombination aus technologischer Expertise und tiefgreifender Vermarktungserfahrung. In unseren Multi-Use-Projekten verbinden wir langfristige Abnahmeverträge mit der Teilnahme unserer Batterieanlagen an den Strombörsen. Diese Expertise in Vertragsgestaltung und Speichertechnologie sorgt für mehr Ertragsstabilität und -transparenz bei unseren Projekten."

Deutschlandstrategie
Mit dem Einstieg in Deutschland erschließt Eku Energy seinen sechsten globalen Markt. Der Speicher in Lamspringe markiert dabei den ersten Schritt. Das Unternehmen mit Sitz in London wurde 2022 von der Green Investment Group von Macquarie Asset Management gegründet und befindet sich seit 2023 im gemeinsamen Besitz der British Columbia Investment Management Corporation (BCI), einem der größten institutionellen Investoren Kanadas, und eines von Macquarie Asset Management (MAM) verwalteten Fonds.

Nach eigenen Angaben entwickelt Eku Energy derzeit in Australien, Japan, Neuseeland, Großbritannien und Italien Speicherprojekte mit mehr als 25 Gigawattstunden in Umsetzung. Für Deutschland ist der Aufbau einer langfristigen Projekt-Pipeline geplant, 2027 soll ein deutscher Standort eröffnet werden. Das Unternehmen sucht dafür weitere Partnerschaften entlang der Energiewertschöpfungskette, insbesondere für Speicherprojekte sowie langfristige Stromabnahme- und Vermarktungsmodelle.

Trend zu mehrstündigen Speichern
Der deutsche Batteriespeichermarkt entwickelt sich strukturell in Richtung größerer Kapazitäten und längerer Entladezeiten. Ausschlaggebend dafür sind vor allem deutlich sinkende System- und Batteriekosten. Neben Projekten des schwedischen Anbieters Flower Infrastructure Technologies in Hamburg-Bergedorf und im sachsen-anhaltischen Döllnitz, die ebenfalls auf eine vierstündige Entladedauer ausgelegt sind, reiht sich nun auch das Dion-Speicherprojekt von Eku Energy in diesen Trend ein.

Anders als bei kurzfristig ausgelegten Systemen zur Frequenzregelung rücken bei mehrstündigen Speichern zunehmend Arbitragegeschäfte, der Ausgleich von Erzeugungsschwankungen sowie die Integration hoher Anteile erneuerbarer Energien in den Vordergrund – Faktoren, die die Anforderungen an Speicherdauer und Flexibilität erhöhen.

Parallel dazu entstehen in Deutschland auch im Leistungssegment zunehmend größere Dimensionen: Erst Anfang Juli 2026 startete der Betreiber BW ESS im sachsen-anhaltischen Klostermansfeld den Bau eines Speichers mit 1.000 Megawatt und bis zu 5.700 Megawattstunden Kapazität – nach Unternehmensangaben der bislang größte Batteriespeicher Deutschlands. Der Markt für Großbatteriespeicher entwickelt sich damit gleichzeitig in zwei Dimensionen: zu mehr Kapazität pro Projekt und zu längeren Entladezeiten.


© IWR, 2026


14.07.2026

 



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