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UN-Klimakonferenz 2026: Türkei bringt erstes globales Elektrifizierungsziel auf die COP31-Agenda – IRENA sieht 78 Prozent Ökostrom bis 2035 als erforderlich

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Abu Dhabi (VAE) – Die Elektrifizierung des globalen Energiesystems soll erstmals eine konkrete internationale Zielmarke erhalten. Im Vorfeld der Weltklimakonferenz COP31 bringt die designierte türkische Präsidentschaft einen Anteil von 35 Prozent Strom am weltweiten Endenergieverbrauch bis 2035 ins Spiel.

Nach aktuellen Berechnungen der International Renewable Energy Agency (IRENA) würde das einen massiven Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung erfordern. Die gleichzeitig veröffentlichten IRENA-Daten für 2024 zeigen, dass Wind-, Solar-, Wasser- und Bioenergie 31,7 Prozent der weltweiten Stromerzeugung liefern. Bis 2035 müsste dieser Anteil auf rund 78 Prozent steigen.

IRENA: Globale Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien wächst 2024 auf Rekordniveau
Nach der am 14. Juli 2026 veröffentlichten jüngsten IRENA-Analyse erreichte die weltweite Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien 2024 mit 9.836 Terawattstunden (TWh) einen neuen Höchststand. Gegenüber dem Vorjahr legte die regenerative Stromproduktion um 9,8 Prozent zu und wuchs damit so stark wie nie zuvor. Erneuerbare Energien deckten damit 31,7 Prozent der globalen Stromerzeugung, während die konventionelle Stromerzeugung im gleichen Zeitraum lediglich um 1,4 Prozent zunahm.

Regional bleibt die Entwicklung jedoch sehr unterschiedlich. Asien ist weiterhin der mit Abstand wichtigste Wachstumsmotor, während Europa und Nordamerika den Ausbau ebenfalls fortsetzen. Zugleich entwickeln sich der Nahe Osten und Afrika zunehmend zu neuen Wachstumsmärkten, auch wenn ihr Anteil am weltweiten Ausbau bislang noch vergleichsweise gering ist.

IRENA-Szenario: Für 35 Prozent Elektrifizierung werden 78 Prozent Ökostrom benötigt
Nach den Szenarioberechnungen der IRENA reicht das heutige Ausbautempo allerdings nicht aus, um den steigenden Strombedarf einer zunehmend elektrifizierten Weltwirtschaft klimaneutral zu decken. Soll der Anteil von Strom am weltweiten Endenergieverbrauch bis 2035 auf 35 Prozent steigen, müsste der Anteil erneuerbarer Energien an der globalen Stromerzeugung auf rund 78 Prozent wachsen. Voraussetzung dafür sind neben einem deutlich beschleunigten Ausbau von Wind- und Solarenergie erhebliche Investitionen in Stromnetze, Batteriespeicher sowie weitere Flexibilitätsoptionen.

UN-Klimakonferenz 2026: Strom erhält auf der COP31 erstmals quantitative Zielmarke in der internationalen Klimapolitik
Mit der Vorbereitung der COP31 rückt erstmals nicht nur der Ausbau einzelner erneuerbarer Energien, sondern die Elektrifizierung des gesamten Energiesystems mit einer konkreten globalen Zielmarke in den Mittelpunkt. Die designierte türkische COP31-Präsidentschaft schlägt vor, den Anteil von Strom am weltweiten Endenergieverbrauch von derzeit gut 20 Prozent bis 2035 auf 35 Prozent zu erhöhen.

Der Vorschlag ist Teil der COP31 Action Agenda, die von der türkischen Präsidentschaft vorbereitet wird und an die unter der brasilianischen COP30 angestoßenen Initiativen anknüpft. Australien verantwortet im vereinbarten Partnerschaftsmodell parallel den formellen UN-Klimaverhandlungsprozess.

„Mit dem Vorstoß erhält Strom erstmals eine eigene quantitative Zielgröße im COP-Prozess. Das ist ein wichtiger Schritt für die internationale Klimapolitik", sagte Dr. Norbert Allnoch vom Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR). Das IWR hatte mit dem CERINA-Plan (CO2 Emissions and Renewable Investment Action Plan) bereits 2009 nach der Klimakonferenz in Kopenhagen einen quantitativen, investitionsbasierten Ansatz für den globalen Klimaschutz entwickelt.

Ausgehend von den tatsächlich gemessenen CO2-Emissionen eines Landes berechnet das Modell einen verursachergerechten Investitionsbeitrag in erneuerbare Energien und macht die Beiträge der Staaten in einem transparenten Länderranking vergleichbar. Allnoch: „Der CERINA-Plan basiert auf demselben Grundgedanken: Messbare quantitative Zielgrößen schaffen Transparenz und Vergleichbarkeit – und werden damit zu einem entscheidenden Handlungstreiber der internationalen Klimapolitik.“

Die 31. UN-Weltklimakonferenz (COP31) findet vom 9. bis 20. November 2026 im türkischen Antalya statt.

© IWR, 2026


17.07.2026

 



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