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Systemwechsel bei Offshore-Wind-Genehmigungen: Schweden lehnt Eolus-Projekte Västvind und Najaderna ab

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Hässleholm – Schweden ordnet die Genehmigung von Offshore-Windparks neu: Nach einer zweiten Ablehnungswelle mit elf abgelehnten Projekten wechselt die Regierung von einem offenen Antragsverfahren zu einem Ausschreibungssystem. Betroffen sind auch die Offshore-Windpark-Vorhaben Västvind und Najaderna des Windkraftentwicklers Eolus.

Am 16. Juli 2026 hat die schwedische Regierung ihre Entscheidung bekannt gegeben: Neben den Eolus-Vorhaben Västvind und Najaderna wurden neun weitere Offshore-Projekte anderer Entwickler abgelehnt, zwei Projekte erhielten grünes Licht. Als Begründung nannten die zuständigen Ministerinnen unvereinbare Auswirkungen auf die Landesverteidigung. Västvind vor Göteborg und Najaderna vor Gävle/Tierp waren nach früheren Eolus-Angaben mit jeweils rund 1.000 MW geplant.

Systemwechsel bei Offshore-Genehmigungen
Mit der Entscheidung endet nach Angaben der Regierung eine längere Phase der Unsicherheit: Alle während der laufenden Legislaturperiode eingereichten Offshore-Windkraft-Anträge sind damit abschließend bearbeitet. Künftig will Schweden von einem offenen Antragsverfahren zu einem Ausschreibungsmodell wechseln: Der Staat definiert vorab geeignete Flächen unter Abwägung von Verteidigungs-, Schifffahrts-, Fischerei- und Umweltinteressen, anschließend können sich Marktteilnehmer um die Baurechte bewerben. Dies solle laut den zuständigen Ministerinnen frühzeitige Planungssicherheit schaffen und Schweden als Investitionsstandort für fossilfreie Stromerzeugung berechenbarer machen. Die Genehmigungen vom 16. Juli waren zudem nicht die ersten der laufenden Legislaturperiode: Bereits zuvor hatte die Regierung Vattenfalls 1,2-GW-Projekt Kattegat Syd, das 400-MW-Vorhaben Galatea-Galene von OX2 und Ingka Investments sowie den Windpark Poseidon vor Stenungsund genehmigt.

Mit dem Wechsel auf ein Ausschreibungssystem verfolgt Schweden künftig ein ähnliches Modell wie Deutschland seit der EEG-Novelle 2017: Auch hier untersuchen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie und Bundesnetzagentur Offshore-Flächen zentral vor, bevor sie im Rahmen des Windenergie-auf-See-Gesetzes ausgeschrieben werden.

Eolus-Projekte Västvind und Najaderna abgelehnt
Der Windkraftentwickler Eolus mit Sitz in Hässleholm zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung. Vorstandschef Per Witalisson erklärte: "Wir bedauern die Entscheidungen der Regierung. Wir werden die Entscheidungen und ihre Konsequenzen nun sorgfältig analysieren." Zu Västvind führte er weiter aus: "Västvind hat einzigartig starke Unterstützung in Westschweden, mit dem Hafen Göteborg als Miteigentümer und einer unterzeichneten Absichtserklärung mit Volvo Cars für den Kauf eines wesentlichen Anteils des erzeugten Stroms. Das sind Beweise für die Bedeutung des Projekts für das Wachstum der Region, und wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass die Regierung dies nicht berücksichtigt hat." Auf der Eolus-Bilanz waren zum 30. Juni 2026 für Västvind aktivierte Kosten von rund 48 Millionen Schwedischen Kronen (umgerechnet rund 4,3 Millionen Euro) verbucht, für Najaderna und die übrigen Offshore-Projekte des Unternehmens keine.

Zweite Absage für Eolus-Offshore-Pläne
Die Eolus-Aktie fiel am Tag der Bekanntgabe an der Nasdaq Stockholm zeitweise um rund 3 Prozent. Für Eolus ist es bereits die zweite Absage in Folge: Bereits im November 2024 hatte die Regierung im Rahmen einer ersten Ablehnungswelle von 13 Offshore-Projekten die Eolus-Vorhaben Arkona und Skidbladner zurückgewiesen.


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20.07.2026

 



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