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Solar- und Wind-Boom in Indien: Nichtfossile Kraftwerksleistung überschreitetet 300 GW-Marke - 220 Milliarden Dollar Investitionsbedarf bis 2030

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Neu-Delhi - Indien hat seine installierte nichtfossile Kraftwerksleistung bis Ende September 2026 auf rund 308 GW gesteigert. Für den weiteren Ausbau auf 500 GW bis 2030 veranschlagt die indische Regierung einen Kapitalbedarf von rund 220 Milliarden US-Dollar.

Indien hat den Ausbau seiner nichtfossilen Kraftwerksleistung zuletzt deutlich beschleunigt und zählt zu den großen Wachstumsmärkten für erneuerbare Energien. Der Ausbau entwickelt sich zunehmend zu einem breiteren Investitionsmarkt: Neben neuen Solar- und Windparks entfällt ein erheblicher Teil des Kapitalbedarfs auf Stromnetze, Speicher und weitere Energietechnologien.

Indien verdoppelt jährlichen Zubau nahezu - Solarenergie treibt Expansion
Im indischen Finanzjahr 2025/26 wurden nach Regierungsangaben rund 55 GW nichtfossile Kraftwerksleistung neu installiert, nach knapp 30 GW im Vorjahr. Damit hat sich der jährliche Zubau nahezu verdoppelt.

Den größten Anteil an der installierten nichtfossilen Kraftwerksleistung hat die Solarenergie mit rund 171 GW, gefolgt von der Windenergie mit 59 GW. Hinzu kommen insbesondere Wasserkraft und Kernenergie. Das zuletzt erreichte Ausbautempo zeigt, dass Indien dem Ausbauziel von 500 GW bis 2030 deutlich nähergekommen ist.

220 Milliarden Dollar Investitionsbedarf - Strominfrastruktur gewinnt an Gewicht
Für den weiteren Ausbau veranschlagt das indische Ministerium für neue und erneuerbare Energien (MNRE) in den Finanzjahren 2027 bis 2030 einen Kapitalbedarf von rund 220 Milliarden US-Dollar. Auf dem am 2. November 2026 eröffneten Bharat Renewable Energy Summit in Neu-Delhi will die Regierung gemeinsam mit Investoren, Projektentwicklern und Herstellern eine Roadmap zur Mobilisierung des benötigten Kapitals entwickeln.

Die Aufteilung des geschätzten Investitionsbedarfs zeigt, dass neben dem Ausbau der Stromerzeugung auch erhebliche Mittel für die Integration der zusätzlichen Kapazitäten benötigt werden. Wie die indische Wirtschaftszeitung Business Standard unter Berufung auf MNRE-Vertreter J. V. N. Subramanyam berichtet, werden für Solar- und Windenergie zusammen rund 95 bis 100 Milliarden Dollar veranschlagt. Für Übertragungsnetze und Energiespeicher werden zusammen weitere rund 55 bis 65 Milliarden Dollar benötigt. Darüber hinaus umfasst die Planung Investitionen in grünen Wasserstoff, heimische Produktionskapazitäten und weitere erneuerbare Energietechnologien.

Netzausbau und Stromabnahme: Indien passt Rahmenbedingungen an
Mit dem Green Energy Corridor III hat die indische Regierung Ende September 2026 ein weiteres Infrastrukturprogramm beschlossen. Es soll die Netzintegration von 135 GW erneuerbarer Kraftwerksleistung ermöglichen und den Aufbau von Batteriespeichern mit einer Kapazität von 50 GWh unterstützen. Die Umsetzung ist bis zum Finanzjahr 2032/33 vorgesehen.

Beim weiteren Ausbau steht Indien allerdings auch vor Problemen bei der Stromabnahme. Nach einem Bericht von Business Standard erklärte MNRE-Sekretär Santosh Kumar Sarangi am 21. August 2026, dass für bereits bezuschlagte Erneuerbare-Energien-Projekte mit einer Leistung von rund 42 GW noch keine gesicherten Stromabnahmeverträge vorliegen. Besonders betroffen seien reine Solarprojekte ohne Speicher sowie Projekte mit vergleichsweise hohen Stromtarifen.

Um die Vergabe neuer Projekte stärker an der tatsächlichen Stromnachfrage auszurichten, hat die Regierung die zentrale Beschaffung erneuerbaren Stroms neu organisiert. Seit April 2026 ist die staatliche Solar Energy Corporation of India (SECI) für neue zentrale Ausschreibungen als Zwischenbeschafferin zuständig.

Indiens Ausbaupläne eröffnen erhebliche Marktpotenziale für Anbieter von Solar- und Windenergieanlagen, Netztechnik und Speichern. Die hohe Ausbaugeschwindigkeit und die geplanten Investitionen unterstreichen die wachsende Bedeutung des indischen Energiemarktes. Die Probleme bei der Stromabnahme zeigen zugleich, dass neben neuen Erzeugungskapazitäten auch die wirtschaftliche Absicherung der Projekte für die weitere Marktentwicklung entscheidend ist.

© IWR, 2026


03.11.2026

 



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