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Pressemitteilung M.O.E. (Moeller Operating Engineering GmbH)

Netzbildende Umrichter: SMA und M.O.E. bringen neues Nachweisverfahren in die Praxis

- M.O.E.-Prüflabor und M.O.E.-Zertifizierungsstelle schließen gemeinsam mit SMA anspruchsvolle Nachweisführung nach VDE FNN Hinweis 2.1 ab

Itzehoe (iwr-pressedienst) - Der Hersteller SMA hat einen wichtigen Meilenstein bei der Entwicklung netzbildender Umrichter erreicht. Nach umfangreichen messtechnischen Prüfungen, Simulationen und Modellvalidierungen hat die Zertifizierungsstelle der M.O.E. für den Umrichter Sunny Central Storage UP-S 4600 mit Current Boost „Full Boost“ eine Prototypenbestätigung für netzbildende Eigenschaften auf Grundlage des VDE FNN Hinweises 2.1 ausgestellt. Es ist branchenweit die erste Prototypenbestätigung dieser Art.

Das Projekt führte eine noch junge technische Anforderung durch die vollständige praktische Nachweiskette: von der Entwicklung des Herstellers über die Prüfung durch das M.O.E.-Prüflabor bis zur unabhängigen Bewertung durch die M.O.E.-Zertifizierungsstelle. Insbesondere die messtechnische Untersuchung und die Validierung unterschiedlicher Simulationsmodelle stellten hohe Anforderungen an alle Beteiligten.

„Mein großer Glückwunsch gilt SMA und dem gesamten Projektteam. Hier wurde kein etabliertes Prüfprogramm abgearbeitet. Hersteller, Prüflabor und Zertifizierungsstelle haben ein junges und technisch anspruchsvolles Nachweisverfahren in die praktische Anwendung überführt. An vielen Stellen war das echte Pionierarbeit.“
Tobias Busboom, Geschäftsführer und Leiter der EZE-Zertifizierungsstelle und des Prüflabors, M.O.E.


Speicher übernehmen neue Aufgaben im Stromsystem

Batteriespeicher werden zu einem wichtigen Baustein eines modernen Stromsystems. Sie nehmen Energie auf, wenn viel Strom zur Verfügung steht, und stellen ihn später wieder bereit. So helfen sie, wetterabhängige Erzeugung und Verbrauch zeitlich besser zusammenzuführen und heimisch erzeugte Energie bedarfsgerechter nutzbar zu machen.

Gleichzeitig verändert der Rückgang großer konventioneller Synchronmaschinen die technischen Eigenschaften des Netzes. Funktionen, die über Jahrzehnte mit diesen Maschinen verbunden waren, müssen in einem zunehmend umrichtergeprägten System auf andere Weise bereitgestellt werden. Netzbildende Umrichter können hierzu beitragen und unter definierten Voraussetzungen unter anderem Momentanreserve bereitstellen. Damit entwickelt sich der Batteriespeicher vom reinen Energiespeicher zum aktiven Systembaustein.


Pionierarbeit im Prüflabor und in der Zertifizierung

Für das M.O.E.-Prüflabor bedeutete die Einführung neuer Prüfabläufe mehr als deren regelkonforme Umsetzung: Entscheidend war, die technischen Hintergründe der Verfahren zu durchdringen, um reale Betriebssituationen mit den Prüfverfahren aussagekräftig zu verbinden. Die M.O.E.-Zertifizierungsstelle bewertete die Ergebnisse anschließend unabhängig und ordnete sie in den noch jungen Nachweisrahmen ein.

„Bei neuen Anforderungen entsteht Erfahrung erst in der Anwendung. Es reicht nicht, nur zu prüfen, ob ein Messergebnis innerhalb eines Toleranzbandes liegt. Wir müssen Messung, Prüfverfahren und reale Betriebssituationen zusammen denken und verstehen, was die Ergebnisse tatsächlich aussagen. Erst auf dieser Grundlage lassen sich Abweichungen zwischen Messung und Simulation richtig einordnen und Modelle belastbar validieren.“
Michel Sievers, stellv. Leiter des Prüflabors, M.O.E.

Ein Schwerpunkt des Projekts lag auf der Modellvalidierung. Das reale Verhalten des Umrichters musste anhand der Messungen mit unterschiedlichen Modellansätzen, unter anderem EMT- und RMS-Modellen, nachvollzogen werden. Enge zulässige Abweichungen treffen dabei auf unterschiedliche Simulationsverfahren, Messunsicherheiten und dynamische Effekte. In mehreren Punkten waren deshalb zusätzliche Evaluierungsuntersuchungen erforderlich.


Eine Gemeinschaftsleistung der Branche

M.O.E. würdigt ausdrücklich die Arbeit der Fachleute, die in den vergangenen Jahren die technischen Grundlagen für solche Nachweise geschaffen haben. VDE FNN, FGW sowie Experten aus Netzbetrieb, Herstellern, Prüflaboren und Zertifizierungsstellen haben mit erheblichem Ressourceneinsatz Anforderungen, Messverfahren, Modellierung und Zertifizierungsprozesse weiterentwickelt und in kurzer Zeit konkretisiert.

Die Erfahrungen aus den ersten realen Prüf- und Zertifizierungsprojekten sind dabei Teil der nächsten Entwicklungsstufe. M.O.E. wird die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse in die weitere Fach- und Richtlinienarbeit einbringen. Denn nur wenn Anforderungen, Messpraxis, Simulation und Zertifizierung kontinuierlich aufeinander zurückwirken, entstehen Verfahren, die zwar technisch anspruchsvoll, aber auch zugleich praktikabel sind.


Von der technischen Anforderung zur praktischen Anwendung

Die technische Aufgabe ist klar: Ein Stromsystem mit hohen Anteilen wetterabhängiger Erzeugung muss Energie zuverlässig, bedarfsgerecht und wirtschaftlich verfügbar machen und zugleich seine Stabilität sichern. Batteriespeicher können dabei Flexibilität und Systemdienstleistungen verbinden.

Mit der erfolgreichen Prototypenbestätigung von SMA ist diese Entwicklung einen konkreten Schritt weiter: Aus einer jungen technischen Anforderung wird eine praktisch geprüfte und unabhängig bewertete Eigenschaft.

„Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien verändert sich auch die Art und Weise, wie Netzstabilität sichergestellt wird. Projekte wie Blackhillock und Föhren haben bereits gezeigt, welchen Beitrag Batteriespeicher mit netzbildenden Wechselrichtern zur Stabilität des Stromsystems leisten können. Mit dieser Prototypenbestätigung schaffen wir die Voraussetzung, diese Fähigkeiten künftig auch im deutschen Markt für Momentanreserve einzusetzen.“
Daniel Duckwitz, Specialist Grid Stability, SMA


Itzehoe, den 02. Oktober 2026


Veröffentlichung und Nachdruck honorarfrei; ein Belegexemplar an diei M.O.E. Moeller Operating Engineering GmbH wird freundlichst erbeten.



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